Raus aus der emotionalen Involvierung - Methodenbeschreibung

Nr. 48:"Raus aus der emotionalen Involvierung" -Nr. 46: "Übung zur Vorbereitung auf Kunden und Klienten" -Nr. 31: "Haifa: Gesprächsregeln bei Konflikten und Spannungen" - Nr. 26: "Vier Motivationsverstärker" -Nr. 19: "Paarbeziehung pflegen: Das Teezeremoniell" - Nr. 11: "Gruppenarbeit mit Bildkarten" - Nr. 12: "Die Elemente der Gestaltpädagogik" - Nr. 13: "In Teamprojekten. Werte aufeinander einstellen"
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Wilhelm Berns
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Raus aus der emotionalen Involvierung - Methodenbeschreibung

Beitrag von Wilhelm Berns » Do 2. Mär 2017, 14:02

Nähe ohne jegliche Distanz führt zur Distanz. (Zitat von Benno Blues)
Artikel Nr. 48 von Wilhelm Berns:

Wie finde ich nach großer Betroffenheit
zurück zur Gelassenheit?


Kennen Sie das?

Im Privaten hat Sie ein Verhalten Ihres Partners oder eines vermeintlich guten Freundes so
enttäuscht, dass Sie ständig daran denken müssen und Gefühle von Wut, Hilflosigkeit
Sie völlig einnehmen.

Oder im Beruflichen in der Beratung eines Kunden oder Klienten finden Sie auch nach
dem Termin nicht den Abstand, den Sie sich wünschen.

In einer Beratung eines Teams von Familienpädagogen war die Empörung wieder spürbar,
die die Pädagogen empfunden hatten, als Sie bei einem Hausbesuch in einer Familie
die Hilflosigkeit der alleinerziehenden Mutter gegen ihre beiden gewalttätigen Söhne
unmittelbar mit erlebten. Offensichtlich führte diese verständliche und durchaus
mitfühlende Empörung auch zu einer Identifizierung mit dem Opferverhalten der Mutter.

Empathie geschieht im Nähe-Kontakt, erfordert persönliches Engagement und unterliegt den emotionalen Einflüssen, nicht nur in der Beziehung zum Klienten, sondern unterliegt auch den Einflüssen überwiegend unbewusster Energien aus dem systemischen Hintergrund der Klienten.
Das sind real beteiligte Personen aus der Familie des Klienten und Erwartungen aus den beteiligten Helfersystemen. Aus tiefenpsychologischer Sicht kommt es auch zu Übertragungen früher Negativerfahrungen.

So ist es nicht verwunderlich, wenn manche verdeckten oder verdrängten Gefühle der Klienten zum Berater und zur Beraterin überschwappen.

Schamanen haben in vergangenen Zeiten als Heiler bei Urvölkern ausschließlich im Nähe-Kontakt geheilt, in dem sie die negativen Energien aufnahmen. Nach Abschluss des Heilungsrituals zogen sie sich zur Erholung zurück und kotzten die negative Energie wieder aus. So konnten sie dann wieder zum guten Kontakt zu sich selbst und den eigenen Ressourcen zurückfinden.

Wie können Beraterinnen und Berater heutzutage ihre emotionale Involvierung wieder loslassen und die Balance zwischen ihrer Nähe und Distanz zu den Klienten einstellen?
Alles was zum Kotzen ist, wieder zurück zu geben, ist wohl nicht das adäquate Mittel der Wahl.

Wie können Sie privat wieder zu Ihrer Gelassenheit finden und mit neuer positiver Energie
an die Lösung Ihres Konfliktes herangehen?

Methode für die Balance zwischen Nähe und Distanz
Die Methode des Pendelns zwischen den drei Positionen von Nähe, Distanz und einer Pausen-Position für die eigenen Ressourcen, hilft wieder zurück zu gelassenem Handeln zu kommen.

So, wie Sie in der Beziehungs- und Prozessarbeit mit Ihren Klienten, wechselnde Positionen von Nähe, Distanz und Abschirmung einnehmen, sollten Sie diese wechselnden Positionen auch für sich selbst und Ihre positive Energie als Beraterin und Berater nutzen.

Das Auftanken, also die Erholung der geistigen, seelischen und körperlichen Energien, geschieht mit dem Pendeln zwischen den drei Positionen, dann schon während der Arbeit mit Ihren Klienten.

Dabei ist die Pausen-Position, in der hier beschriebenen Methode, besonders wichtig. Die äußeren Herausforderungen werden ausgeblendet und der Kontakt zu den eigenen inneren Ressourcen wird hergestellt. Dafür reichen manchmal wenige Sekunden der Erholung aus.

Die Nähe zu den Klienten führt neben der wichtigen Empathie oft zur starken, weniger erwünschten Identifikation. Das Einnehmen einer Distanz-Position führt zu mehr Abgrenzung und mehr Übersicht.

Soweit nichts Neues, wenn auch hier die meisten Anleitungen zur Distanzgewinnung aufhören und allenfalls noch das Konzept des Perspektivenwechsels einbringen, welches jedoch auch nichts anderes ist, als aus einer anderen Perspektive in Distanz zum Gegenstand der Arbeit zu kommen.

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In dem von mir entwickelten Modell „Pendeln zwischen Nähe-, Distanz- und Pausen-Position“
gehe ich über die Gewinnung von Distanz hinaus, eine Stufe weiter.
Die Bewegung in die Pausen-Position ist kein weiteres Distanzformat, sondern eine wirkliche Pause und Tankstation zur Rückgewinnung aller innerlich vorhandenen Möglichkeiten.

Es ist die Pause des kurzen Abschaltens und der Ausrichtung ausschließlich auf die eigenen Ressourcen.

Durch Pendeln, also dem stetigen Wechsel zwischen Nähe-, Distanz- und Pause kommt es zu einem eigenen energetischen Prozess. In der Bewegung zwischen diesen Positionen werden die emotionalen Ressourcen, über die jeder Mensch verfügt, gleichermaßen aktiviert und geschont.

Und so geht es ganz praktisch:

Nähe-Position:
Spüren Sie mit Ihren Gefühlen und ihrer eigenen Körperwahrnehmung, wie nahe sie dabei sind.

Distanz-Position:
Gehen Sie räumlich auf mehr Entfernung. Nehmen Sie dann in der Rolle eines Beobachters wahr, was geschieht. Hören Sie auf zu agieren. Vielleicht stellen Sie eine Frage und reagieren nicht sofort auf die Antwort.

Bild

Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt zur Seite um wieder in anderer Distanz und Perspektive, die Übersicht zurückzugewinnen.

Pause-Position:
Machen Sie eine kurze Unterbrechung im Prozess. Nehmen Sie eine Auszeit nur für sich persönlich. Das kann ein Aufstehen sein, ein Fenster öffnen und kurz hinausschauen, ein nach draußen gehen an die frische Luft, das Trinken eines Glas Wassers und alles was dazu führt, keinerlei Gedanken mehr an die Arbeitsbeziehung zu haben, sondern ausschließlich mit sich selbst in Kontakt zu sein.

Pendeln Sie weiter:
Im erneuten Nähe-Kontakt zum Klienten werden Sie merken, dass diese Nähe-Position eine andere ist als die vorherige. In das energetische Geschehen sind bereits die Kräfte aus dem Ressourcen-Hintergrund eingeflossen. Auch beim Klienten. Was nicht bedeutet, dass es noch durchaus heftig und emotional weitergehen kann.

Wichtig ist, dass Sie immer wieder in die Distanz-Position gehen und auch wieder die Pausen-Position einnehmen. Wenn Sie merken, dass Sie in der Pause-Position sich wieder mit dem Klienten beschäftigen, dann unterbrechen Sie und gehen erst noch einmal in die Distanz-Position und dann noch mal in die Pausen-Position.
Merken Sie den Unterschied!

Üben Sie dieses Pendeln,
auch mit Freunden und Kollegen und wenn Sie im privaten Bereich etwas persönlich sehr aufregt. Also auch dann: Was ist die Distanz-Position (räumliche Veränderung einnehmen!) und wie könnte ich mit mehr Distanz darüber denken, was mich so aufregt?
Und dann in die Pausen-Position: Trinken Sie eine Tasse Tee oder schauen Sie sich ein schönes Bild an oder was Sie ganz zu Ihren Kräften zurückführt.
Wenn Sie so üben, werden Sie mit dieser hilfreichen Methode immer wieder Ihre Gelassenheit zurückfinden.
Diese Methode wird dann zum wichtigen Werkzeug für Ihre gesunde Balance zwischen Nähe und Kontakt.
Ein Nebeneffekt ist dabei, dass Sie dem Burnout entgegenwirken.

Übrigens:
Pendeln zwischen Nähe-, Distanz- und Pausen-Position ist eine Methode aus dem Strategiesystem Bild.
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Die von Wilhelm Berns entwickelte Methoden- und Interventions-Sammlung für Berater, Pädagogen, Therapeuten und Einrichtungsleitungen ist eine systematische Vorgehensweise vor dem Hintergrund einer psychosozialen Entwicklungstheorie in vier Phasen.

Menschen, die helfend und beratend tätig sind, entwickeln mit dem Bild eine ganzheitliche Strategie für die erfolgreiche Positionierung.

Für sich selbst, für das Unternehmen oder für die Einrichtung, in der sie wirken.
Liebe Grüße
aus der STRATEGIESCHMIEDE

Bild
Wilhelm Berns
BERNS CONSULTING

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